- Ort:
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Wiesbaden
- Bauherrschaft:
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Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW), Frankfurt am Main
- Architektur:
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KISSLER EFFGEN + PARTNER ARCHITEKTEN BDA, Wiesbaden
- Freiraumplanung:
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BIERBAUM.AICHELE.landschaftsarchitekten, Mainz
Das Quartier „Altes Gericht“ in Wiesbaden steht exemplarisch für eine nachhaltige Umbaukultur im innerstädtischen Bestand. Das 1897 errichtete, denkmalgeschützte Gerichtsgebäude stand seit 2009 leer. Durch den Umbau und die Integration neuer Nutzungen wurde das Einzeldenkmal nunmehr in einen multifunktionalen Stadtbaustein transformiert.
Es entstanden 48 barrierefreie Mietwohnungen sowie öffentlich zugängliche Co-Working-Spaces und unterschiedliche Veranstaltungsräume. In Kooperation mit einem Sozialpartner wurden Café-, Kultur- und Bildungsangebote etabliert, die das Gebäude dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Historische Elemente wie Fassaden, Fenster und der alte Schwurgerichtssaal wurden behutsam restauriert und mit zeitgemäßen Einbauten ergänzt. Verbesserung der Dämmung von Dach und Decken sowie von Schall- und Wärmeschutz reduzieren die Heizenergie. Durch den Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz wurde ein wesentlicher Anteil grauer Energie eingespart.
Das Alte Gericht ist Teil eines Quartierskonzeptes mit weiteren Bausteinen, wie einem Hochschulgebäude, einem Studierendenwohnheim und einem gemeinschaftlich nutzbaren Innenhof. Durch die Verbindung von Wohnen, Arbeiten, Bildung und Öffentlichkeit konnte die historisch und städtebaulich bedeutende Substanz erhalten werden. Die aufwendige Revitalisierung des Gebäudes ist vorbildhaft und leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufwertung und Belebung des gesamten Stadtviertels.

